«Die Reise zum sichersten Ort der Erde»

INFO | SYNOPSISFESTIVALS / PREISE | KINO / DVD | PRESSE |  HINTERGRUND | CREW  

Kino-Dokumentarfilm von Edgar Hagen, 100 Minuten, in Koproduktion mit Schweizer Radio und Fernsehen SRF/SRG

DCP, 100/52 Minuten, Farbe, 16:9

© 2013 Mira Film / SRF / SRG   

Filmwebseite: www.diereisezumsicherstenortdererde.ch

Facebook: https://www.facebook.com/DieReiseZumSicherstenOrtDerErde/

JOURNEY_DEUTSCH_S_KLEINER_2.jpg

Synopsis

In den letzten 60 Jahren haben sich rund um die Welt mehr als 350'000 Tonnen hochradioaktive Atomabfälle angesammelt, die für Tausende von Jahren an einem sicheren Ort, sprich: für Mensch und Umwelt unschädlich, endgelagert werden müssen. Doch ein Endlager existiert bis heute nicht, und die Produktion von atomarem Restmüll wird ungebrochen fortgesetzt. Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker und international renommierte Endlagerexperte Charles McCombie und einige seiner wichtigsten Weggefährten geben dem Regisseur Edgar Hagen Einblick in ihr hartnäckiges Ringen, den dereinst sichersten Ort der Erde zu finden, um das fatale Dilemma zu beheben.

Die weltumspannende Suche führt an die unterschiedlichsten Orte - durch dicht besiedelte Gebiete in der Schweiz, zu einer Nomadenfamilie in der chinesischen Wüste Gobi, zu einem heiligen Berg in einem atomverseuchten Indinanerreservat, zu Demonstranten im Wald von Groleben in Deutschland. Der Film wird Zeuge der geheimen Ankunft eines Atommüllfrachters in Japan und beobachtet Freiwillige an einer britischen Atommüllversammlung. An all diesen Orten werden Vernunft, Demokratie und wissenschaftliche Redlichkeit durch Sachzwänge, Strategien und Ängste auf die Probe gestellt. Verlockende Optionen tauchen auf: Ein bürgermeister in New Mexico will den gefährlichsten Stoff der Erde für viel Geld in seiner Gemeinde unterbringen. Ein unermessliches, flaches Gebiet in der westaustralischen Steppe wird eruiert, umhochradioaktiven Atommüll aus der ganzen Welt aufzunehmen. Edgar Hagens Film wirft eine Fülle von Fragen über unser gegenwärtiges Handeln und unsere Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen auf. Kann und darf man im Notfall ein solches Projekt gegen den Willen der Bürger durchsetzten?

Die Reise zum sichersten Ort der Erde ist kontrovers und führt bis ans Ende der Welt. Es zeichnet sich ab, dass es keine schnelle Lüsung des Konflikts geben wird. Die Reise zum sichersten Ort der Erde bringt fixe Weltbilder ins Wanken und führt uns an die Grenze von Wissen und gesellschaftlich Verantwortbarem.

 

Festivals/Preise 

EKOFILM Festival, Dezember 2015, Brno/Tschechien 

BIFED Bozcaada International Festival of Ecological Documentary, Oktober 2015, Bozcaada/Türkei

International Festival of Film and Urbanism "86", April/Mai 2015, Slavutych/Ukraine

Environmental Filmfest, März 2015, Washington DC, USA

Verzio International Human Rights Documentary Film Festival, November 2014, Budapest/Ungarn

CPH:DOX, November 2015, Kopenhagen/Dänemark

FICMA Barcelona Environmental International Film Festival, November 2014, Barcelona/Spanien

Nuclear Free Future Award, Oktober 2014, München/Deutschland

Das Filmfest, Oktober 2014, Prag & Brno/Tschechien

Prix Italia, September 2014, Torino/Italien

Marda Loop Justice Film Festival, September 2014, Calgary/Kanada

DokuFest Prizren, August 2014, Prizren/Kosovo

Fünf Seen Film Festival, Juli/August 2014, Fünf-Seen-Land/Deutschland

ZOOM - Basler Filme im Fokus, Juni 2014, Basel/Schweiz

International Uranium Film Festival, Mai 2014, Rio de Janeiro/Brasilien

Planete + Doc Film Festival, Mai 2014, Warschau/Polen

Green Film Festival, Mai 2014, Seoul/Korea

DOXA Documentary Film Festival, Mai 2014, Vancouver/Kanada

3a Mostra Ecofalante de Cinema Ambiental, März 2014. Sao Paolo/Brasilien

Thessaloniki Documentary Festival, März 2014, Thessaloniki/Griechenland

DocPoint - Helsinki Documentary Film Festival, Januar 2014, Helsinki/Finnland

FIPA Biarritz, Januar 2014, Biarritz/Frankreich

Solothurner Filmtage, Januar 2014, Solothurn/Schweiz

Filmfestival DOK Leipzig, Oktober 2013, Leipzig/Deutschland

Hofer Filmtage, Oktober 2013, Hof/Deutschland

 

Kino/DVD

>> zum Webshop

Weltvertrieb: Autlook  

Verleih Schweiz: Look Now

Verleih Deutschland: W Film

Verleih Österreich: Thimiflm

 

Presse

>>TV- und Radiobeiträge

>>BR Capriccio, 19.03.2015 (Video)

>>SWR Kunscht! - Kultur im Südwesten, 19.02.2015 

>>Filmkritik SWR2 Impuls, 19.03.15 (Audio)

>>Radiointerview Deutschlandradio Kultur Studio 9, 19.03.2015 

>>Radiointerview Saal B. Das Filmjournal von Radio Augustin, 17.02.2014 (Audio)

>>Radiointerview OE1.ORF.at Kulturjournal, 16.01.2014 (Audio)

>>SRF 10vor10, 3.12.2013 (Video)

>>SRF Tagesschau Abend, 30.10.2013 (Video)

>>SRF Tagesschau Mittag, 30.10.2013 (Video)

>>SRF Kultur Kompakt, 30.10.2013 (Audio)

 

>>Artikel und Zitate

Junge Welt, 30.03.2015 (PDF)

"Irrsinn der Endlagersuche"

Süddeutsche Zeitung, 21.03.2015 (PDF)

"Eindrucksvoll"

Antonia Uthe, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V., 24.03.2015

„Ein Film, der Fragen aufwirft, mit denen wir an die Grenzen unserer eigenen Welt stoßen."

Filmdienst, 6/2015

„Die spannende Dokumentation entrollt eine Nukleargeschichte voller Fehleinschätzungen...unterlegt mit einer Musik, die eines Krimis würdig wäre, analog zur Spannung von Hagens Recherche, die seinem monströsen Thema mehr als angemessen ist.“

Neues Deutschland, 19.03.2015
„Strahlende Odyssee...Ein Problem für Jahrtausende – nach wie vor ungelöst.“

Kölner Stadt-Anzeiger, 19.03.2015
„Mit der klug verdichteten und aufbereiteten Mischung aus Experteninterviews, Ortsbesichtigungen und Off-Kommentar hat Hagen aus einem wichtigen Thema das Mögliche herausgefiltert.“

enorm Wirtschaftsmagazin, 19.03.2015
„Zeichnet ein diffiziles Bild der globalen Endlagersuche...Hagen widersteht dabei dem Versuch, die Befürworter und auch McCombie als Ewiggestrige darzustellen. Eine Tatsache, die nicht nur dem Film gut tut, sondern glaubwürdig das Dilemma der Endlagersuche umschreibt.“

Deutschlandfunk "Corso" – Neue Filme, 18.03.15

„Ein Film über Abgründe. Herausragend!“
„Lässt einen nur staunen, mit welch hanebüchener bis absurder Naivität, Arroganz und mit welchem Zynismus die Betreiber der Atomkrafttechnologie jahrzehntelang glücklich auf ihre Bilanzen und Subventionen schauten, nach mir die Sintflut sprachen und weitermachten.“

 Robin Wood Magazin

„Edgar Hagens Film liefert keine Ergebnisse, wo denn nun ein sicheres Ebdlager gebaut werden könne. Wie die Anti-AKW-Bewegung schon lange weiß, kann es diese Ergebnisse auch nie geben. Wer deshalb die Aussage des Film als zu pessimistisch empfindet, ist in der Realität angekommen.“

 Filmecho, 06.03.2015

„Befasst sich eindringlich mit einer Schlüsselfrage für das Überleben der Menschheit: Wohin mit dem hochradioaktiven Atommüll?“
„Das Symapthische an Hagens Film ist seine Bescheidenheit: Unter Verzicht auf plakative Anklagen und naheliegende Polemiken stellt er einfache Fragen – an Experten, Lobbyisten und Atomkritiker.“

 Magazin für Restkultur, 10.02.2015

"packender Streifen"

 Programmkino.de, 08.12.2014

"wie aus einem Thriller."

 VICE GREECE, 26.08.14

"We are even more stupid than I thought."

 Südkurier, 12.03.2014

"Ein berührender und nachdenklich stimmender Film"

 RAY Filmmagazin Januar 2014

"Hagen polemisiert nicht, sondern nähert sich neugierig und vorurteilsfrei dem Thema."

 Die Furche, Wochenzeitung 16.01.14

"Endlagerung als Chiffre globaler Verantwortung"

 TagesAnzeiger Kultur, Online Artikel, 29.01.14

"Selten hat man so unmittelbar begriffen, dass der Mensch eine Pandorabüchse geöffnet hat."

 oekonews.at, Online Artikel, 23.01.14

Kino-Tipp: Die Reise zum sichersten Ort der Erde

Extrem News, Online Artikel, 14.01.14

Suche nach Atomendlagerstätte als Film-Doku

Saiten Ostschweizer Kulturmagazin, 15.11.2013 (PDF, 355 KB)

"Unideologisch und mit unerschütterlichem Glauben an ein Publikum, das selber denken kann."

Aargauer Zeitung, 5.11.2013 (PDF, 335 KB)

"eindrücklicher Film"

Tagesanzeiger, 28.10.2013 (PDF, 320 KB)

"Die Mär vom sicheren Endlager"

WOZ, 24.10.2013 (PDF, 614 KB)

"grossartiger Dokumentarfilm"

Tageswoche, 1.11.2013 (PDF, 363 KB)

"Das bekommt eine religiöse Dimension"

Programmzeitung, 1.11.2013 (PDF, 153 KB)

"Edgar Hagen ist ein Coup gelungen"

SRF, 30.10.2013 (PDF, 205 KB)

"Total verstrahlt - wohin mit dem Atommüll?"

Züritipp, 31.10.2013 (PDF, 848 KB)

"Die Stärke des Films ist die schnörkellose Erzählung"

Mephisto.976.uni-leipzig.de, 4.11.2013 (PDF, 1MB)

"DOK im Knast"

Blick, 31.10.2013 (PDF, 111 KB)

"Vorzügliche Dokumentation"

DOK Leipzig, Oktober 2013 (PDF, 434 KB)

"Ein Film über den Wahnsinn"

SRF, 30.10.2013 (PDF, 381 KB)

"Wegschauen gilt nicht"

Journal 21, 29.10.2013 (PDF, 306 KB)

"sachlich, undramatisch, überzeugend und sehr informativ"

Students.ch, 31.10.2013 (PDF, 211 KB)

"Ein Dokumentarfilm, der die richtigen Fragen stellt"

Landbote, 8.11.2013 (PDF, 109 KB)

"tolle Bilder"

Tageswoche, 29.10.2013 (PDF, 311 KB)

"Edgar Hagens «Reise» erschreckend wirklich"

NZZ, 29.10.2013 (PDF, 88 KB)

"journalistisch objektiv (...) informative Bilder, farbsatte, schöne Animationen"

Berner Zeitung, 26.10.2013 (PDF, )

"das Wichtigste zur Thematik"

Nordwestschweiz, 24.10.2013 (PDF, 336 KB)

"Die bisherigen Endlager sind Projektionen"

Aargauer Zeitung, 24.10.2013 (PDF, 496 KB)

"unaufgeregt, souverän und genau darum wirkungsvoll"

Aargauer Zeitung, 28.10.2013 (PDF, 402 KB)

"Ist eine sichere Lagerung möglich?"

Cineman, 23.10.2013 (PDF, 502 KB)

"lässt den Status Quo der Endlagerproblematik eine klare Sprache sprechen."

Surprise Strassenmagazin, 23.10.2013 (PDF, 503 KB)

"Im packenden Erzählton einer beklemmenden Sachlichkeit"

K-Tipp, 23.10.2013 (PDF, 72 KB)

"futuristischer Thriller"

SRF, 29.10.2013 (PDF, 395 KB)

"sehenswert"

Beobachter Natur, 11.10.2013 (PDF 1,7 MB)

"eine Parabel über den Umgang mit Problemen, die den Menschen überfordern."

Migros Magazin, 28.10.2013 (PDF 535 KB)

"Ein Mann für die Endlager"

Kulturtipp 22/2013, 16.10.2013 (PDF 94 KB)

"überaus spannend"

 

>>Pressebilder

Pressebild_6_Kamele_in_Wuste_Gobi_web_KLEIN.jpg

Pressebild_4_Brennstab_web_KLEIN.jpg

Pressebild_1_McCombie_in_AKW_web_KLEIN.jpgPressebild_8_Bohrloch_Wuste_Gobi_web_KLEIN.jpg

 

Hintergrund

>>Anmerkungen der Regie

Seit Beginn der zivilen Nutzung der Atomenergie im Jahr 1956 gibt es ein Dilemma: wir produzieren «sauberen Strom» und hinterlassen den gefährlichsten Abfall überhaupt. Der hochradioaktive Atommüll bedroht uns für hunderttausende von Jahren. 350'000 Tonnen sind es inzwischen weltweit – und jährlich kommen 10'000 Tonnen dazu. Der Müll wird rund um die Welt provisorisch gelagert, in Kühlbecken auf Atomkraftwerksgeländen und in Zwischenlagern. Unvorstellbares Chaos würde über die Welt hereinbrechen, wenn plötzlich eine unkontrollierte Kettenreaktion wie eine Atombombe losginge. Die nukleare Katastrophe in Fukushima im März 2011 hat uns nur eine Idee der Gefahrenlage vermittelt.

Die politische Strategie, diesem Dilemma zu entrinnen, heisst heute in allen Atomenergie produzierenden Ländern: Endlagerstandorte finden. Orte finden, wo die Gefahr für künftige Generationen bis in alle Ewigkeit gebannt ist. Ein solcher Ort kann nichts anderes als «der sicherste Ort der Erde» sein. Seit Jahrzehnten wird in vielen Ländern weltweit danach gesucht, wissenschaftlich geforscht und immer wieder werden mögliche Standorte verworfen.

Mit diesem Film begebe ich mich auf die komplexe Suche nach dem sichersten Ort der Erde. Menschen, die das Problem stellvertretend für uns alle lösen wollen, stehen im Zentrum des Films – ihr Bemühen, ihr Leiden, ihre Kämpfe, ihr Hoffen und ihre Niederlagen. Der Protagonist, Charles McCombie, ist seit 35 Jahren in führenden Positionen und mit ungebrochenem Optimismus in die weltumspannende Suche nach dem sichersten Ort involviert. Im Film, für welchen er exklusiv Türen zu Orten öffnet, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, trifft er auf Weggefährten und einige seiner schärfsten Gegner.

Es ist eine Reise durch tiefe Schichten kollektiver Verdrängung. Trotz jahrzehntelang erfolgloser Suche nach praktikablen Endlagerstandorten wird die Produktion von hochradioaktivem Atommüll ungebrochen fortgesetzt. Es herrscht ein fast religiöser Glaube, dass sich in Zukunft alles fügen wird. Die Verdrängung des Problems wird dadurch begünstigt, dass das radioaktive Material aus Sicherheitsgründen auch heute schon provisorisch weggesperrt werden muss: in tabuisierte, dem öffentlichen Auge entzogene Gelände, in die nur unter schwierigsten Auflagen Einblick gewährt wird. Eigene Bilder von dem Material zu gewinnen, das uns bedroht, war eines der schwierigsten Unterfangen dieser Reise. Der Film war auch ein permanentes Ringen darum, den Müll zu Gesicht zu bekommen. In diesem Ringen wuchs meine Einsicht, dass der sicherste Ort nur dort zu finden sein kann, wo es uns als Kollektiv gelingt, uns dem Druck extremer ökonomischer Sachzwänge zu widersetzen, nicht zu Gläubigen zu werden und Behauptungen nicht voreilig als letzte wissenschaftliche Wahrheiten zu missverstehen.

Der Film reist auf der Suche nach Antworten bis ans Ende der Welt.

Edgar Hagen

 

>>Edgar Hagen - Biographie

Edgar Hagen ist 1958 in Basel geboren. Er studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Basel und an der Freien Universität Berlin, wo er sein Studium 1987 mit einer Arbeit zu ethischen Grundfragen als M.A. abschloss. Nach Arbeiten als Journalist und Theaterdramaturg ist er seit 1989 als unabhängiger Dokumentarfilmemacher und Autor tätig. Seit 2000 diverse Lehrtätigkeiten zu filmischem und dokumentarischem Erzählen. Er ist seit 2010 Vorstandsmitglied des Verbands Filmregie und Drehbuch Schweiz ARF/FDS und seit 2013 Bereichsverantwortlicher Regie Dokumentarfilm bei Focal, Stiftung Weiterbildung Film und Audiovision. Er ist Vater von zwei Söhnen und lebt in Basel.

 

>>Edgar Hagen - Filmographie

2013  „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ Kinodokumentarfilm; Buch und Regie
2007  „Someone Beside You“, Kinodokumentarfilm, Buch und Regie
2001  „Zeit der Titanen“, Kinodokumentarfilm, Buch und Regie
1998  „Dorothea Buck – Vom Wahn zum Sinn“, Fernsehdokumentation, Buch und Regie
1996  „Markus Jura Suisse – Der verlorene Sohn“, Kinodokumentarfilm, Buch und Regie
1994  „Gewitter im Gehirn“, Fernsehdokumentation, Buch und Regie
1993  „Faxenmacher“, Fernsehdokumentation, Buch und Regie
1991  „Kleine Lieben“, Buch und Regie

 

>>Interview mit dem Regisseur

Vadim Jendreyko: Wie bist Du darauf gekommen über die Endlagerung von atomaren Abfällen einen Film zu machen?

Edgar Hagen: Die Dimension der Atomthematik wurde filmisch bisher kaum behandelt, obwohl sie überall vorhanden ist. Es ist ein total verdrängtes Thema. Es ist zwar immer präsent in den Medien. Doch die ganze Geschichte ist so gross und hat so stark mit Macht zu tun, dass ich mich darin immer ohnmächtig erlebe. Meine Schlüsselfrage war: wie kann ich mich in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik aus der Ohnmacht befreien? Wir haben es mit abgesperrten Geländen zu tun, mit Zeitdimensionen von hunderttausenden von Jahren, mit Kontrollsystemen, Polizei und Militär. Das Material und die Technologie sind viel zu gefährlich, um frei verfügbar zu sein, sie müssen geschützt werden. Es ist eine abgekapselte, geheime Welt in der Mitte unserer Gesellschaft, wie eine Freimaurerloge. Ist es überhaupt möglich, darüber normal zu reden? Gibt es überhaupt eine menschliche Dimension darin und kann ich eine filmische Auseinandersetzung führen im Bewusstsein meiner eigenen Ohnmacht? Diese Gedanken haben mich beschäftigt und herausgefordert.

VJ: Ist das Moment des Verdrängens, das Dich auch in anderen Filmen beschäftigt hat, ein Schlüsselthema in diesem Film?

EH: Ja. Und ich habe festgestellt, dass die Verdrängung nicht ein nationales Problem ist. In ganz verschiedenen Ländern und politischen Strukturen werden ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, taucht immer wieder dasselbe Dilemma auf. Also habe ich nach einer Figur gesucht, die dieser internationalen Dimension gerecht wird – die bis ans Ende der Welt geht um eine Lösung zu finden – und habe dann Charles McCombie gefunden. 

Er sucht eigentlich sehr pragmatisch nach einer Lösung. Das erwarten die Industrie, die Wissenschaft und die Politik von ihm. Er stellt sich der Herausforderung: Eine Nation braucht ein Endlager? Ok, ich such euch eins. Er forscht, wie es geht, und versucht zu beweisen, dass es geht. Für mich ist das nicht der ideale Weg, sondern der pragmatische. Das hat nichts mit Gut und Böse zu tun. Er bewegt sich jenseits von Gut und Böse, weil er das tut, was wir glauben kollektiv tun zu müssen. Daraus erwächst die Frage: Wohin kommen wir, wenn wir diesen Weg einfach immer so weiter gehen? 

Dabei war mir klar, dass mich weder überholte Konzepte interessieren, wie zum Beispiel die Idee, den Atommüll ins Weltall zu schiessen, noch besonders skandalöse Verfahrensweisen, wie sie heute beispielsweise in Russland betrieben werden, wo grosse Mengen hochradioaktiven Mülls unter haarsträubenden Bedingungen zwischengelagert werden. 

Es ging mir im Gegenteil um die Auseinandersetzung mit den am weitesten fortgeschrittenen und seriösesten Bemühungen im Umgang mit Atommüll, und Charles McCombie ist ein glaubwürdiger, prominenter Vertreter dieses Lagers.

VJ: Was macht für Dich den Reiz dieses Protagonisten aus?

EH: Das interessante ist, dass wir ideologisch nicht im gleich Boot sitzen. Wir haben uns schon bei unserem ersten Treffen darauf geeinigt, dass es nicht darum geht, dass ich so denken muss wie er oder umgekehrt, sondern dass wir fair miteinander umgehen. Das heisst auch, dass ich ihn mit seinem Glauben an diese Technologie und an diese Industrie respektiere. Zu einem «Kampf mit Argumenten» war er bereit, da hat er keine Probleme.

VJ: Hat er den Film gesehen?

EH: Ja. Er hat immer gesagt: «Wenn ich einen Film machen würde, dann würde ich ihn so kontrovers wie möglich machen.» Auch um die Kontroverse zu zeigen, in der er steckt. Für ihn ist das nicht neu, er lebt seit Jahrzehnten in dieser Konfliktzone. Er hat ein Endlager-Projekt, will das Projekt durchsetzen, das Projekt stürzt ab, weil aus der Sicht der Industrie irgendwelche Uneinsichtige das verhindern. Das heisst, die Grenzen, an die McCombie mit seinen Projekten immer wieder stösst, ist eine x-mal erlebte Realität. Dass der Film eben diese Grenzen darstellt, damit hat er keine Probleme.

VJ: Von einer spannenden Idee zu einem Film ist es ein weiter Weg. Kannst Du beschreiben, wie es von der Idee zur Realisierung gekommen ist?

EH: Dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird, war sehr anspruchsvoll: Da ist zum einen die offizielle Seite, die Industrie und die Staatsmacht, und zum anderen die Gegner und Atomkritiker. Ich musste vor allem wissen, worüber ich spreche – nicht Physiker werden – aber ich musste fundierte Kenntnisse der Problemlage haben. Es ist ein sehr komplexes Feld. Viele Treffen und Gespräche waren nötig. Die Herausforderung beim Dreh war, was überhaupt gefilmt werden könnte. Zum Beispiel sind wir 2010 bei den Recherchen noch in die Wiederaufarbeitungsanlagen in Sellafield reingekommen und haben einen Probedreh machen können. Wir hatten es geschafft da drin zwei Tage zu drehen, auch wenn wir viele Sachen nicht sehen durften. Aus Sicherheitsgründen, wie es hiess. Zum Beispiel die Lagerbecken – riesige, gigantisch grosse Lagerbecken von abgebrannten Brennelementen, die in Sellafield zum Teil noch unter freiem Himmel stehen. Und dann als wir 2012 nach dem Reaktorunfall in Fukushima nochmals drehen wollten, war alles dicht. Die haben niemanden mehr reingelassen. Ein anderes Beispiel ist die Nagra, die Schweizer Atommüll-Entsorgungsorganisation. Ich habe immer wieder versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen und bin immer wieder abgewimmelt geworden. Ich wollte mit einer Gruppe von Parlamentariern nach Schweden und Finnland. Zweimal haben sie mich ausgeladen.

VJ: Wie erklärst Du Dir das?

EH: Im Westen ist die Atomindustrie in der Defensive. Ganz anders in China, dort herrscht atomare Aufbruchsstimmung wie bei uns Anfang siebziger Jahre. Ich weiss nicht, ob die Chinesen sich gedacht haben, dass wir eine Propagandaorganisation der westlichen Atomindustrie seien oder so. Auf jeden Fall haben wir dort einen relativ offenen Geist erlebt, und haben als erste westliche Filmcrew auf Baustellen und in Kontrollräumen eines Atomkraftwerks filmen können und die Reise zum geplanten Endlagerort in der Wüste Gobi gemacht.

VJ: Mir ist aufgefallen, dass im ganzen Film kaum Frauen vorkommen. Sind diese Technologie und deren Folgen ein Männerthema?

EH: Ja, es ist nicht ein Film über Frauen – es ist ein Film über Männer. Es geht um eine sehr männliche Domäne, die ursprünglich aus dem militärischen Komplex rausgewachsen ist. Es geht um eine männliche Art von Macht und jetzt muss man sich mit den Hinterlassenschaften davon beschäftigen. Auf der Seite des Protestes ist es anders, das ist ein viel breiteres Abbild unserer Gesellschaft. Ich habe mich beim Dreh ganz auf die Debatte konzentriert und am Schluss mit einer gewissen Erschütterung festgestellt, dass im Film alles Männer versammelt sind. Der aktuelle Umgang mit der Atomtechnologie setzt offenbar eine männliche Denkart voraus die natürlich auch Frauen adaptieren können, die aber letztendlich den Männern doch näher liegt.

Aber es geht uns alle an zu sehen, was uns eine bestimmte Art männlichen Verhaltens eingebrockt hat. Ich find es interessant, diesen Männern jetzt zu zuschauen, wie sie da mit dem Selbsteingebrockten umgehen. Also innerhalb eines bestimmten Denksystems zu bleiben, zeigt ja auch die Grenzen dieses Systems auf. Es sind eigentlich ohnmächtige Männer, die da vorkommen. Deshalb finde ich es auch schlüssig, dass die Geschichte bei den Männern bleibt.

VJ: Es gibt weltweit heute über 300'000 Tonnen hochradioaktiven Abfall und täglich kommt mehr dazu. Völlig unabhängig davon, ob man für oder gegen Atomkraft ist, ist dieser Müll ein unumstösslicher Fakt für uns alle. Was siehst Du für eine Perspektive?

EH: Der Schwede Johan Swahn sagt im Film, dass wir in erster Linie nichts Einfältiges tun sollten. Also wenn wir nicht sicher sind – und bisher gibt es weltweit keine sicheren Konzepte – dann sollten wir keine unwiderruflichen Tatsachen schaffen, und den Müll so entsorgen, dass er nicht mehr zugänglich ist. Diese Ansicht teile ich. Meine Botschaft ist: Wir müssen uns mit den Dingen auseinander setzen. Jeder auf seine Art und mit seinen Möglichkeiten. Wir brauchen Leute, die sich damit beschäftigen, wir brauchen Transparenz und es ist wichtig, dass mit einer gewissen Offenheit darüber gesprochen wird. Das heisst, man muss wirklich offener werden in diesem Diskurs um – Lösung ist das falsche Wort – um überhaupt einen Schritt weiter zu kommen mit diesem Problem.

VJ: Du sagst, dass man zur eigenen Unsicherheit stehen sollte.

EH: Ich glaube das ist die Stärke einer Gesellschaft. Wenn man an Demokratie glaubt, oder an offene Gesellschaften, dann nur so. Für mich ist das nur ein Beispiel, dieser Atommüll. Wir haben ganz viele solche Leichen im Keller. Zum Beispiel wie wir mit Ressourcen umgehen. Wie wir in zwei, drei Generationen Rohstoffe verbraten, was wir alles aus der Erde nach oben holen, und was das für Auswirkungen aufs Leben hat. Es gibt Leute, die sich mit der Klimathematik beschäftigen und zu verheerenden Schlüssen kommen. Es geht letztlich um die Frage: Haben wir überhaupt eine Vision für die Zukunft? Das ist glaube ich die Frage hinter dem Ganzen. Woran glauben wir eigentlich?

VJ: Der Film zeigt eine bestimmte Hilflosigkeit von Seiten der Wissenschaftler. Egal auf welchem Kontinent, überall stossen sie an dieselben Grenzen.

EH: Wir haben rund um den Globus die Orte mit den ernsthaftesten Projekten besucht. Finnland haben wir ausgelassen, weil sie dort nach denselben Plänen wie in Schweden arbeiten: Man bohrt runter in den Granit – weil man in Skandinavien überall nur Granit hat –, wo es überall nass ist. Das heisst, man braucht einen Behälter aus Kupfer. Nicht wegen der Strahlung, sondern um das Wasser abzuhalten. Doch man weiss nicht, wie lange ein Kupfermantel wirklich dicht ist.

VJ: Wie will man das herausfinden?

EH: Ich weiss es nicht. Der chinesische Wissenschaftler Ju Wang sagt im Film: «Wir haben in sehr kurzen Zeiträumen Untersuchungen gemacht, um hochzurechnen, was in sehr langen Zeiträumen geschehen wird.» Ju Wang ist der Einzige im Film, der sagt, es gehe nicht um hunderttausende sondern um Millionen von Jahren. Ein Chinese benennt dieses Problem. Vielleicht, weil er sich als Geologe, der seine Wurzeln nicht in der Atomindustrie hat, dieser Thematik wirklicher annimmt.

VJ: Um was für Zeiträume geht es denn? 

EH: Der radioaktive Zerfall von Radionukliden wird in Halbwertszeiten berechnet. Nach einer Halbwertszeit beträgt die Radioaktivität nur noch die Hälfte des Anfangswerts, nach zwei Halbwertszeiten einen Viertel und so weiter. Die Halbwertszeit von Plutonium liegt bei 24'000 Jahren. Gefährlich bleibt es über ein vielfaches dieser Zeit. Hochradioaktiver Atommüll aus Atomkraftwerken ist immer ein Cocktail aus unterschiedlichen Abfallstoffen, deren Halbwertszeiten bis zu mehreren Millionen Jahren umfassen können. Dazu kommen chemische Reaktionen, die sehr schwer vorhersehbar sind. Was da alles passiert, kann keiner mit letzter Gewissheit sagen. In Hanford, in Washington State zum Beispiel, lagern flüssige Abfälle in unzähligen Stahltonnen, die korrodieren und lecken, und niemand weiss was da genau drin ist und was da drin passiert. Der Cocktail sickert ins Grundwasser, in den Columbia River, der fliesst durch den ganzen Staat Washington bis an die Grenze zu Oregon und schliesslich ins Meer.

VJ: Gibt es eine positive Botschaft, die Du dieser ganzen Hilflosigkeit und Machtlosigkeit gegenüberstellst?

EH: Die positive Botschaft ist: Wir müssen uns mit dem Problem beschäftigen. Wir brauchen Strukturen, wir brauchen Transparenz. Wir brauchen junge Leute, die sich damit beschäftigen. Ein Endlager wird ja nicht einfach übermorgen realisiert. Das wird unglaubliches Know-how brauchen, und dazu braucht es Leute die sich damit beschäftigen, Geologen, Wissenschaftler, eine unabhängige Politik, die das hinterfragt, was ihr die Wissenschaft erzählt, und eine Gesellschaft, die diesen Leuten auf die Finger schaut.

VJ: Die positive Botschaft ist also die Stimulation, die durch diese Herausforderung entsteht? Die Stimulation, diesen Zusammenhängen offensiv gegenüber zu treten, mit Neugier und Offenheit und zu einer konstruktiven Haltung zu finden?

EH: Ja, sodass man sagt: wow, das ist wirklich eine wahnsinnige Geschichte, die wir da angehen müssen. Was für eine Herausforderung!

VJ: Hast Du ihn gefunden, den sichersten Ort der Erde?

EH: Für mich ist das so ein Jules Verne Titel. Er beinhaltet ein Versprechen. Es ist das Versprechen, das wir als Gesellschaft ständig machen ohne zu wissen, ob wir es überhaupt einlösen können. Ju Wang bezieht sich im Film darauf, wenn er sagt: «Sag nicht: der sicherste Ort der Erde, sag: einer der sichersten Orte.»

VJ: Nach diesem Gespräch versteh ich den Titel auch so, dass der sicherste Ort der Erde der Raum in einer Zivilgesellschaft ist, in dem sie sich mit diesen Dingen auseinandersetzt. Nicht irgendwo tief, tief im Untergrund sondern im Parlament oder in der öffentlichen Debatte, weil das lebendig bleibt, solange es Menschen gibt und auch länger hält als Kupfer.

EH: Ja. Das heisst, wir müssen im Gespräch bleiben – wir können nicht einfach blind vertrauen. Wir müssen einen kritischen, einen lebendigen Diskurs führen.

VJ: Im Film kommst Du selber vor. Warum hast Du Dich für diese Form entschieden?

EH: Ich habe gemerkt, dass ich die Leute vor der Kamera nicht alleine lassen konnte, ich wollte ja nicht Darstellungen haben von den Leuten, sondern ich wollte sie in der Interaktion erleben, mit allen Widersprüchen. Es macht auch die Intention deutlich, den involvierten Personen auf Augenhöhe zu begegnen. Mein gesprochener Text ist dann die Verlängerung davon. Weil ich den Film aus dieser Perspektive erzähle, hat sich mir diese Form aufgedrängt. Ich wollte das Grosse mit dem Kleinen konfrontieren.

VJ: Du meinst die grosse Atomthematik mit einem einfachen Menschen?

EH: Ja. Deshalb ist es auch wichtig, unmittelbare und einfache Fragen im Film zu stellen, zu zeigen was passiert, wenn ich einer grossen Thematik mit einer einfachen Fragestellung begegne. Eigentlich macht der Film ja nur das, er geht einfachen Fragen nach, und dabei lehne ich mich etwas zum Fenster hinaus.

 

>> Mehr zum Thema

ATOMENERGIE UND ENDLAGERUNG: GLOSSAR

Die Gesellschaft für Nuklear Service, GNS, ist Betreiberin des Brennelemente-Lagers in Gorleben sowie zahlreicher anderer Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente und radioaktiver Abfälle innerhalb und ausserhalb Deutschlands. Sie ist im Besitz von Atomkraftwerksbetreibern in Deutschland. Das Glossar auf ihrer Webseite enthält die wichtigsten technischen Begriffe zur atomaren Entsorgung und Endlagerung.
http://www.endlagerung.de/language=de/6610/glossar

HOCHRADIOAKTIVER ATOMMÜLL / HIGH-LEVEL RADIOACTIVE WASTE

Die Canadian Coalition for Nuclear Responsibility wurde 1978 vom kanadischen Mathematiker und Physiker Gordon Edwards mitbegründet. Sie widmet sich der Aufklärung und Erforschung aller Fragen rund um die Atomenergie, insbesondere auch der radioaktiven Abfälle.
http://www.ccnr.org/#HLW

ATOMARE NUTZUNG - WELTWEITES INFORMATIONSNETZ

Der US-Staat Nevada ist vielfach von atomaren Projekten betroffen, insbesondere durch die Nevada Test Site (heute Nevada National Security Site), wo bisher über 100 oberirdische und 1000 unterirdische Atombombentests durchgeführt wurden (Moratorium seit 1992). Der Staat Nevada betreibt selber keine Atomkraftwerke und wehrt sich bisher erfolgreich gegen ein nationales, zentrales hochradioaktives Endlager am Rande der Nevada National Security Site im Yucca Mountain. Die Website der Staatsagentur für Atomprojekte (State of Nevada Agency for Nuclear Projects) ist die aktuellste zur weltweiten atomaren Nutzung und wird täglich upgedatet.
http://www.state.nv.us/nucwaste/whatsnew.htm

World Information Service on EnergyWISE ist ein internationales anti-nukleares Netzwerk mit Büros in Amsterdam, Argentinien, Österreich, Tschechien, Indien, Japan, Russland, der Slowakei, Südafrika und der Ukraine. WISE ist Copyright-Inhaberin der lachenden Anti-Atomkraft Sonne und informiert 14-tägig über atomare Pannen und Unfälle. http://www.wiseinternational.org

ENDLAGERUNG VON HOCHRADIOAKTIVEM ATOMMÜLL - KRITISCHE FRAGEN

«Rock solid» (Wasserdichter Fels) ist ein kritischer Bericht, der im Auftrag von Greenpeace International verfasst wurde. Er räumt mit dem Mythos auf, dass die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll gelöst sei.
http://www.greenpeace.org/eu-unit/en/Publications/2010/rock-solid-a-scientific-review/

ENDLAGERUNG - ALTERNATIVES KONZEPT

Joanna Macy hat in indianischer Tradition das atomare Hütekonzept (Nuclear Guardianship) entwickelt: die einzige Sicherheit, die wir haben, wäre demnach hochradioaktiven Atommüll über viele Generationen zu bewachen. Das Wissen, wie das gehen soll, müsste während tausenden von Jahren von einer Generation auf die nächste überliefert werden.

http://www.joannamacy.net/nuclearguardianship.html

DIE INTERNATIONALE ATOMENERGIE-ORGANISATION UND HOCHRADIOAKTIVE ABFÄLLE

Die Internationale Atomenergie-Organisation wurde mit der Idee begründet, dass die zivile Nutzung der Atomenergie ein Segen für die Menschheit ist und das Ende der kriegerischen Nutzung der Atomenergie bedeuten könnte. Die IAEO kann den Mitglieds-Ländern keine Vorschriften machen, was sie mit dem hochradioaktiven Atommüll tun müssen. Sie kann ihnen nur Empfehlungen abgeben.

http://www.iaea.org

WAS IST ATOMMÜLL?

Die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace klärt konsequent über die Gefahren des  Atommülls auf.
http://www.uranstory.ch/media/uploads/article/Factsheet_Endlagerung_radioaktiver_Abf%C3%A4lle_def.pdf

STAND DER HOCHRADIOAKTIVEN ENDLAGERUNG EUROPA

Dem deutschen Bundesamt für Strahlenschutz, BfS, obliegt die Aufgabe, die Bevölkerung vor ionisiernder und nichtionisierender Strahlung zu schützen. Es ist zuständig dafür, Endlager einzurichten. Die Bevölkerung soll dadurch dauerhaft geschützt werden. Auf seiner Webseite informiert das Amt auch über die Bemühungen anderer europäischer Länder.
http://www.bfs.de/de/endlager/standortfindung/endlagerung_international/endlagerung_europa.html

Alle 14 Atomenergie nutzenden Länder Europas müssen bis 2015 eine Lösung für die Atommüll-Endlagerung finden. Die Herausforderung für die EU-Länder ist riesig.
http://ec.europa.eu/energy/nuclear/waste_management/waste_management_en.htm

SCHWEIZ

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, Nagra, ist finanziert von der Schweizer Atomindustrie. Ihr kam ursprünglich die Aufgabe zu, das Atommüll-Problem zu lösen, was nicht gelang. Heute liefert sie offiziell nur noch das Know-how dafür.
http://www.nagra.ch

Das Bundesamt für Energie hat in der Standortsuche für Endlager in der Schweiz die Federführung übernommen und steht nun unter dem Druck, das  Atommüllproblem lösen zu müssen.

http://www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle/index.html?lang=de

Endlagerforschung  wird in der Schweiz an zwei Orten betrieben. Seit 1978 in Granitgestein im Grimsel. Das Gestein wird aber gar nicht mehr als tauglich für die Endlagerung in der Schweiz betrachtet. Deshalb wird nun auch im Mont-Terri im Ton geforscht. Ton gilt heute als vielversprechendes Endlagergestein.
http://www.grimsel.com
http://www.mont-terri.ch

Die linke Schweizer Wochenzeitung berichtet seit Jahrzehnten kritisch über Atompolitik und Endlagersuche.
http://www.woz.ch/d/atompolitik-und-strahlenschutz

Die Schweizerische Energie-Stiftung verfolgt die Schweizer Endlagersuche seit Ende der 70er Jahre kritisch.
http://www.energiestiftung.ch/energiethemen/atomenergie/atommuell/

Zahlreiche Bürgerbewegungen wehren sich beharrlich gegen die Schweizer Endlagerpläne.
http://www.nwa-schweiz.ch/
http://www.klar-schweiz.com/cms/
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/atommuell-benken.html

DEUTSCHLAND

Das Endlagersymposium wurde 2008 vom zuständigen Umweltminister der rot-grünen deutschen Regierung in Berlin einberufen. Es war der Versuch, Atomindustrie und Anti-Atomkraftbewegung an einen Tisch zu bringen, um aus einer gesellschaftlichen Sackgasse zu führen. Der Versuch scheiterte.
http://www.endlagersymposium.de/
Im Jahr 2013 haben die deutschen Umweltverbände eine Atommüll-Konferenz in Kassel einberufen. Grundlage ist eine umfassende Bestandesaufnahme des Atommülls in Deutschland. Daraus soll eine offensive Auseinandersetzung über den zukünftigen Umgang mit Atommüll erwachsen.

www.atommuellkonferenz.de
Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg wehrt sich seit der Standortbenennung Gorlebens als ein „Nukleares Entsorgungszentrum“ in Gorleben im März 1977 gegen die Pläne der Regierung. Im Widerstand hat sie kompetentes Wissen aufgebaut.

http://www.bi-luechow-dannenberg.de
BUND ist der deutsche Ableger der Umweltschutzorganisation Friends of the Earth, vertreten in 76 Ländern mit über zwei Millionen Mitgliedern und Unterstützern. Die Organisation heisst in der Schweiz Pro Natura und in Österreich Global 2000. Sie ist atomkritisch.

http://www.bund.net/themen_und_projekte/atomkraft/
Atomhaftpflicht ist eine parteiübergreifende Initiative in Deutschland. Sie will die Atomkraftwerksbetreiber dazu verpflichten, die volle Haftung für die deutschen Atomkraftwerke zu übernehmen. Die Haftung soll nicht mehr auf die Gesellschaft abgewälzt werden dürfen.

http://www.atomhaftpflicht.de

VEREINIGTES KÖNIGREICH

Das Committee on Radioactive Waste Management, CORWM, wurde im Vereinigten Königreich im Jahr 2003 von der Regierung eingesetzt, um herauszufinden, was langfristig mit dem hochradioaktiven Atommüll geschehen soll, der vorwiegend in Sellafield an der Irischen See lagert.
https://www.gov.uk/government/organisations/committee-on-radioactive-waste-management

Die Nuclear Waste Advisory Associates sind ein Zusammenschluss von kritischen Wissenschaftlern im Vereinigten Königreich. Ihr Ziel ist es die Risiken im Umgang mit Atommüll heute und für die Zukunft zu minimieren.
http://www.nuclearwasteadvisory.co.uk

Britain’s Toxic Coast (Britanniens giftige Küste) informiert aus kritischer Perspektive über die Umweltzerstörung, die durch die Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield während Jahrzehnten angerichtet wurde.

http://www.toxiccoast.com

USA

Die Blue Ribbon Commission on America’s Nuclear Future wurde von Präsident Obama 2010 nach dem Scheitern des Endlager-Projekts im Yucca Mountain einberufen. Die Kommission sollte einen Bericht über die nukleare Entsorgung und Amerikas nukleare Zukunft erstellen. Der Schlussbericht wurde im Januar 2012 eingereicht.
http://cybercemetery.unt.edu/archive/brc/20120620211605/http:/brc.gov//

Obwohl die USA keinerlei Plan für die Entsorgung des hochradioaktiven Atommülls aus derzeit 104 Atomkraftwerken in Betrieb haben, arbeiten sie im Verbund zahlreicher Länder, darunter auch die Schweiz, an der Planung einer nuklearen Zukunft.
http://energy.gov/node/590891/BRC_info.html

JAPAN

NUMO Nuclear Waste Management Organization of Japan, ist die Endlagerorganisation Japans. Sie sucht seit über zehn Jahren erfolglos nach einer freiwilligen Gemeinde für ein hochradioaktives Endlager.
https://www.numo.or.jp/en/

Citizen’s Nuclear Information Centre – CNIC ist ein japanisches anti-nukleares, wissenschaftliches  Informationszentrum, das schon lange vor dem Unfall in Fukushima für eine atomfreie Welt gearbeitet hat.

http://www.cnic.jp/english/

SCHWEDEN UND FINNLAND

Die schwedische Endlagerorganisation SKB hat im Jahr 2011 ihre Pläne zur Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll den Behörden zur Begutachtung vorgelegt. Die Pläne werden derzeit geprüft.
http://www.skb.se/default____24417.aspx

MKG ist eine NGO, die das schwedische Endlagerprogramm kritisch begleitet und auch die finnischen Pläne zur Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll kritisiert.
http://www.mkg.se/en

 

Crew & Mitwirkende

>>Crew

Protagonisten: Charles McCombie; Schweiz: Marcos Buser; UK: Gregg Butler, Neil Patterson, Bruce McKirdy; USA: Russel Jim, Steve Frishman, Ian Zabarte, David Pentz, Wendell Weart, Bob Forrest; DE: Wolfgang Ehmke; Schweden: Jacob Spangenberg, Marie Berggren, Johan Swahn; China: Ju Wang, Ba Gen Na

Buch & Regie: Edgar Hagen

Kamera: Peter Indergand scs

Ton: Jean-Pierre Gerth

Montage: Paul-Michael Sedlacek, Edgar Hagen

Originalmusik: Tomek Kolczynski

Dramaturgie: Hercli Bundi

Produzent: Hercli Bundi

Associate Producer: Vadim Jendreyko

Produktionsleitung: Peter Zwierko

Marketing & Outreach: Susanne Guggenberger

Animation: Bruno Conti

Online/DCP Bearbeitung: Andromeda, Zürich

Kommentar & Aufnahmeregie: Daniel Howald

Sounddesign & Vormischung: Daniel Almada

Mixing: Dominik Avenwedde

Tonstudio: Basis Berlin

Produktion: Mira Film GmbH

Koproduktion: Schweizer Radio und Fernsehen / SRG SSR

Redation SRF: Urs Augstburger

Gefördert von: Bundesamt für Kultur, Eidgenössisches Departement des Innern Schweiz, Zürcher Filmstiftugn, Fachausschuss Audiovision und Multimedia der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Swisslos-Fonds dese Kantons Aargau, George Foundation, Ernst Gähner Stiftung, Gerold und Niklaus Schnitter-Fonds für Technikgeschichte an der ETH Zürich, Succès Cinéma, Succès Passage Antenne, MEDIA Programme of the European Union

 

>>Mitwirkende

Charles McCombie, 68, ist Nuklearphysiker. Er ist überzeugter Befürworter der zivilen Nutzung von Atomenergie, die er für eine Voraussetzung für Frieden und Wohlstand hält. Seit 35 Jahren sucht er gemeinsam mit internationalen Spezialisten weltweit nach Endlagerorten für hochradioaktiven Atommüll.

Von 1978-1999 entwickelte er in der Schweiz das hochradioaktive Endlagerprogramm für die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle). Mitte der neunziger Jahre war er während acht Jahren in der Endlagerkommission der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Mit seiner Schweizer Organisation Arius, Association for Regional and International Underground Storage, in Baden initiiert er heute multinationale Endlagerprojekte in Europa, Afrika, Asien, Südamerika und berät nationale Endlagerprogramme, unter anderem das japanische Endlagerprogramm NUMO, Nuclear Waste Management Organization of Japan.

Charles McCombie sucht eine offene Konfrontation mit seinen Gegnern und öffnet dem Film die Tür zu verschlossenen Drehorten. Seine jahrzehntelange Erfahrung ist eine Art Bilanz der bisher vergeblichen Suche nach einem Endlager. Sie zeigt die Probleme auf, die eine Realisierung von hochradioaktiven Endlagern auf der ganzen Welt bisher verhindern. Der gebürtige Schotte lebt seit 40 Jahren mit seiner Familie in der Schweiz. Unmittelbar vor seiner eigenen Haustür auf dem Bözberg – in Sichtweite zur deutschen Grenze – wird heute die Planung eines hochradioaktiven Endlagers in Betracht gezogen.



Marcos Buser, Geologe, ist Charles McCombies schärfster Widersacher in der Schweiz. Er arbeitet in der unabhängigen Endlagerforschung. Seit den achtziger Jahren kritisierte er öffentlich die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Widersprüche der Endlagerpläne, die McCombie während 20 Jahren für die Schweizer Endlagerorganisation Nagra verfolgte. Bis 2012 sass er in nationalen Atom-Aufsichtsgremien ein. 2012 verliess er unter Protest die Kommission für Nukleare Sicherheit, KNS. Als dezidierter Atomkraftgegner wendet er sich nicht gegen Endlagerpläne, sondern setzt sich dafür ein, diese aus den ökonomischen Zwängen der Atomindustrie zu befreien. www.nuclearwaste.info



Gregg Butler, ex-CEO der ehemaligen Betreiberin der britischen Atomanlagen, British Nuclear Fuels Limited, BNFL, und ehemals Direktor der Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield. In dieser Funktion war er früh in die britische Endlagersuche involviert, die 1997 scheiterte. Gemeinsam mit Charles McCombie plante er das weltweit erste internationale hochradioaktive Endlagerprojekt in Australien, das 1998 ebenfalls am gesellschaftlichen Widerstand scheiterte. Heute berät er gemeinsam mit Charles McCombie den Direktor des britischen Endlagerprogramms.



Neil Patterson, Kapitän bei der Pacific Nuclear Transport Limited, PNTL. Er hat  die Aufgabe, per Schiff die hochradioaktiven Rückstände aus der Wiederaufbereitung in Sellafield, GB, in die Ursprungsländer zurückzutransportieren.



Russell Jim, Direktor des Umweltsanierungsbüros der indianischen Yakama Nation in Washington State, USA. Sein Volk hat die längste Erfahrung im Umgang mit radioaktiver Verseuchung überhaupt. Auf ihrem Land liegt die Hanford Site, wo seit 1943 das Plutonium für die erste Atombombe produziert wurde. Dort sollte das erste hochradioaktive Endlager der Welt entstehen. Das Gelände wäre für 250'000 Jahre zur Sperrzone geworden. Die Unzulänglichkeit der Geologie sowie der Widerstand der Yakama und der Umweltbewegung verhinderten die Endlagerpläne.



Steve Frishman bekämpft seit 1987 als technischer Politikberater des Staates Nevada das Yucca Mountain-Projekt. Im Yucca Mountain, im Staat Nevada, sollte der hochradioaktive Atommüll aus über 100 amerikanischen Atomkraftwerken endgelagert werden. 2010 wurde Yucca Mountain von Präsident Obama aufgegeben. Steve Frishman kämpft wie David gegen Goliath – gegen 2000 Wissenschaftler im Dienste des Energieministeriums und die Atomindustrie.



Ian Zabarte, Aussenminister der Westlichen Shoshonen. Sie sind die traditionellen Landbesitzer des Yucca Mountain. Der Berg liegt am Rande des ehemaligen Atombombentestgeländes Nevada Test Site. Dort wurden in den 50er-Jahren 119 Atombomben oberirdisch getestet und bis zum Teststopp im Jahr 1992 über 1000 unterirdische Atombomben. Er bekämpft das Yucca Mountain-Endlager im Namen seines Volkes und setzt sich dafür ein, dass es nach dem vorläufigen Aus nicht erneut als Standort bestimmt wird.



David Pentz, Geologe und Unternehmer aus den USA ist der Erfinder des Pangea-Projekts, das weltweit nach der einfachsten und billigsten Endlager-Lösung sucht. Charles McCombie und Gregg Butler brachten als Pangea-Partner britisches und schweizerisches Geld ins Projekt. Ihr Ziel war, mindestens 20 Prozent des weltweiten hochradioaktiven Atommülls nach Australien zu bringen. Obwohl das Projekt 1998 am Widerstand in Australien scheiterte, ist David Pentz noch heute besessen von seiner Idee.



Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, Deutschland. Er setzt sich seit 35 Jahren erfolgreich gegen ein hochradioaktives Endlager in Gorleben ein, welches von der Umweltbewegung aufgrund von Gas- und Wasservorkommen im tiefen Untergrund als völlig ungeeignet betrachtet wird. Die breiten zivilen Proteste anlässlich der Castor-Transporte nach Gorleben sind für ihn das «Symbol für die gescheiterte Atommüllpolitik».



Wendell Weart, Geophysiker und Projektverantwortlicher für das Waste Isolation Pilot Plant, WIPP, das erste geologische Tiefenlager weltweit. Es liegt in Carlsbad, New Mexico, und wurde 1999 für schwachaktive, transuranische Atomabfälle eröffnet. Nach dem Scheitern des Yucca Mountain-Projekts wird in den USA diskutiert, nun auch sämtliche hochradioaktiven Atomabfälle der USA in Carlsbad endzulagern.



Bob Forrest, ehemaliger Bürgermeister von Carlsbad, New Mexico. Er hat Wendell Weart die Tür zum Bau des WIPP geöffnet. Dafür wurde seine Gemeinde grosszügig finanziell entschädigt. Das Scheitern des Yucca Mountain-Projekts ist für ihn ein Glücksfall. Nun möchte er auch den gesamten hochradioaktiven Atommüll der USA in seiner Gemeinde endlagern.



Jacob Spangenberg, Bürgermeister der Gemeinde Östhammar, Schweden, wo das Atomkraftwerk Forsmark steht. Die Gemeinde hat sich freiwillig als hochradioaktiver Endlagerstandort gemeldet. 2011 hat die Endlagerorganisation SKB bei den Behörden das Gesuch zum Bau eines hochradioaktiven Endlagers in Östhammar eingereicht. Falls die Sicherheit von unabhängigen Experten für 100'000 Jahre als bewiesen gilt, könnte Östhammar der erste Ort weltweit sein, der ein hochradioaktives Endlager beherbergt.



Johan Swahn, Direktor des schwedischen NGO-Büros zur Atommüllaufsicht, MKG. Er kritisiert das schwedische Konzept zur Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll, welches seit über 35 Jahren das gleiche Konzept verfolgt: 500 Meter tief im nassen Granitgestein soll der hochradioaktive Atommüll in Kupferkanister verpackt werden.



Ju Wang, Direktor des hochradioaktiven Endlagerprogramms der Volksrepublik China. Er sucht in der Wüste Gobi nach einem geeigneten Endlagerstandort für den hochradioaktiven Atommüll seines Landes. In China sollen bis ins Jahr 2020 40 Reaktoren in Betrieb und 18 weitere im Bau sein. Am möglichen Standort gibt es bisher erst etwa 20 Bohrlöcher zur Untersuchung des Untergrunds.


 


Ba Gen Na, Nomade in der chinesischen Provinz Gansu in der Wüste Gobi. Seine Kamelherde weidet auf dem möglichen Endlagergelände, das derzeit von Ju Wang und seinen Leuten auf seine Tauglichkeit hin erforscht  wird. Ba Gen Na fürchtet um seine Existenz, denn die chinesischen Politiker und Wissenschaftler vermuten hier den sichersten Ort für ihr hochradioaktives Endlager.